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Achtung *** heidexe.de ist vorübergehend offline!

Bereits das ganze letzte Jahr über ließ das Engagement der heidexe-Redakteure spürbar nach. Dies schlug sich nicht nur auf unsere inhaltliche Aktualität und unseren Service nieder, sondern auch auf die Motivation von uns, die wir heidexe.de vor drei Jahren ins Leben riefen. Deshalb haben wir uns entschlossen, das Projekt vorerst „auf Eis zu legen“. heidexe.de verstand sich von Beginn an als ein Internet-Projekt, das nur von der Beteiligung seitens der Leser und dem Engagement der Redakteure (die in den meisten Fällen Studenten waren) leben konnte. Da beides in den letzten Monaten nur noch in sehr begrenztem Rahmen vorhanden war, halten wir eine Auszeit momentan für die beste Lösung.

Wir überlegen uns derzeit allerdings ein neues Konzept, da wir heidexe.de keinesfalls vollständig sterben lassen wollen – also habt ein wenig Geduld!

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Gut und liebevoll, aber nicht perfekt

Zentraler Punkt Heidelberg: Bismarckplatz. Es wirkt so ein bisschen angelehnt an den Bismarckplatz – so ein bisschen lächelnd, schweigend, wartend. Deine Verabredung, die dir noch ein bisschen dabei zuschaut, wie du umherschaust und sie suchst. Ich muss sagen, so schön ist es da eigentlich nicht, im Médoc, und doch hatte es von Anfang an etwas Anziehendes auf mich.



9460medo01.jpg
„Hallo da bist du ja!“, hätte ich auch sagen können, als ich das erste Mal davor stand. Das Médoc darauf: schweigt und lächelt und saugt mich ein. Das Innere ist ganz in braun gehalten. Uriges braun. Holztheke. Holzwände. Überall stehen Tischchen und auf den Tischen Aschenbecher und die Speise-Getränkekarten. Um die Tische herum sind Stühle, und bei den Wandtischen weiche Bänke, und es gibt kleine Sitzeckennischen mit weichen Sitzeckenbänken. An der Wand hängen Zeitschriften. Auf der Theke steht eine Schale, in der Schale Médoc-Streichhölzer, die man sich mitnehmen kann.

Ich ging daran vorbei und fand es auf irgendeine komische Art und Weise einladend. Ich war damals noch alleine in Heidelberg und kannte nichts und niemanden. Das heißt, ich hatte noch keine Freunde, ich fühlte mich noch nicht wohl, ich war noch nicht zu Hause. In einem kleinen Glaskasten habe ich die Karte betrachtet und durch das schaufensterartige Fenster ins Café gestiert. Die Karte gefiel mir. Die Atmosphäre gefiel mir. Salate, Hauptgerichte, überbackene Baguettes, Bier, Wein, Cocktails... eine kleine nette große Leckereienauswahl zu wirklich fairen Preisen, verzehrt und genossen von einem bundgemischten Publikum.

Ich wurde ein Teil des Publikums. Ich besetzte von Zeit zu Zeit einen dieser kleinen Tische. Ich kam mir nicht wichtig und nicht unwichtig vor. In Ruhe getrunkener Abendtee, auf dem Tisch ein Buch. Mission: Praktikum am Theater, jung - gerade Abitur gemacht, Wohnort: WG von Freunden, entfernter Bekannter – Küchencouch. Ich war nach dem Arbeiten nicht richtig müde, aber auch nicht in der Stimmung, um irgendwelche fremden Leute anzuquatschen. Es war mir alles so neu, und ich war froh um ein wenig Ruhe. Natürlich kam ich mir komisch vor, so alleine mit dem Buch im Café. Natürlich gucken mich alle abschätzend an. Im Médoc ließ das Gefühl nach. Unbeobachtet. Mal für mich. Ungezwungen. Das fand ich schön.

Ich habe nicht bemerkt, dass die Toiletten schmutzig sind, dass es oft sehr zugig ist, das mein so genossener Tee nicht aus gutem losen, sondern billigem Teebeuteltee besteht... das habe ich erst gemerkt, als mitgenommene Leute den super Médoc-Salat probieren sollten. Hmm! Irgendwann mal bestellt hat er mich absolut fasziniert. So gut, soviel, so leckeres Baguette und so bezahlbar für den dünnen Geldbeutel. Durch die Augen der anderen sieht man anders. Kritischer. Ich habe durch viele andere Augen geschaut. Mutter, beste Freundin, Kolleginnen, Kollegen, große Liebe, Familie, Chefin.
„Darf ich euch einen Freund vorstellen?“ Das Médoc ist ein kleiner, treuer Freund, immer da und erreichbar, aber nicht perfekt. Gut und liebevoll, aber nicht perfekt.

Wir waren dort um Prüfungen mit Weizenbier zu löschen, um mit Eltern zu essen, um Streiterein zu vergessen, um einen praktischen Treffpunkt zu haben, um nach all den Silvesterpartys noch irgendwo zu sitzen und zu quatschen. Zufällig oder geplant Kaffee zu trinken, zu essen, Bekannte, Freunde, Lieben zu sehen... zwischen jetzt und gleich.

Es verspricht nicht die große Liebe am Nachbartisch zu treffen, aber bestimmt werde ich mit meiner dort hingehen, wenn es mal wieder so weit ist. Und das Médoc lächelnd und wartend lehnt am Bismarckplatz und wartet darauf, entdeckt zu werden.


Café Bar Restaurant Médoc, Sofienstraße 7 (direkt am Bismarckplatz gelegen, links neben dem Eingang zum Darmstädter Hof Centrum), Telefon: 06221 - 204 68. Im Netz: http://www.gastroturm.de

    Autor: Johanna Frank



Heidelberg ABC:

Vergesst alles was ihr bisher über Heidelberg gehört habt. Das war Mumpitz hoch drei! Hier ist die Essenz, aus einem Guss, von A bis Z

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