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Achtung *** heidexe.de ist vorübergehend offline!

Bereits das ganze letzte Jahr über ließ das Engagement der heidexe-Redakteure spürbar nach. Dies schlug sich nicht nur auf unsere inhaltliche Aktualität und unseren Service nieder, sondern auch auf die Motivation von uns, die wir heidexe.de vor drei Jahren ins Leben riefen. Deshalb haben wir uns entschlossen, das Projekt vorerst „auf Eis zu legen“. heidexe.de verstand sich von Beginn an als ein Internet-Projekt, das nur von der Beteiligung seitens der Leser und dem Engagement der Redakteure (die in den meisten Fällen Studenten waren) leben konnte. Da beides in den letzten Monaten nur noch in sehr begrenztem Rahmen vorhanden war, halten wir eine Auszeit momentan für die beste Lösung.

Wir überlegen uns derzeit allerdings ein neues Konzept, da wir heidexe.de keinesfalls vollständig sterben lassen wollen – also habt ein wenig Geduld!

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Da Vinci Code: Weit hergeholt

Was für ein Tamtam um einen Film: Im Vorfeld der Veröffentlichung von „Der da Vinci Code – Sakrileg“ protestierten überzeugte Christen weltweit gegen die vermeintliche Kirchenfeindlichkeit des Filmes, die Färöer-Inseln ließen den Streifen nicht für die Kinos zu und auf dem Filmfestival in Cannes wurde das erste Mal bei einem Eröffnungsfilm nicht applaudiert – stattdessen Pfiffe. Und warum das ganze? Keine Ahnung.



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Der amerikanische Schriftsteller Dan Brown, ehemaliger Lehrer und Liedermacher, hatte sich 1996 und 2000 in zwei Romanen mysteriösen Verschwörungsthemen gewidmet. Diese Bücher wurden auf Grund des ausbleibenden Erfolges mit Hilfe seines Verlages analysiert; es sollten bessere Verkaufszahlen erreicht werden. Das Ergebnis hieß „Sakrileg“ und wurde 2003 zusammen mit einer großen Werbekampagne auf den Büchermarkt geworfen.

Der Wälzer (immerhin 608 Seiten) wurde ein durchschlagender Erfolg, bis heute sollen sich sagenhafte 50 Millionen Exemplare verkauft haben – „Sakrileg“ wurde damals von Literaturkritikern trotzdem nicht gut bewertet. So ließ sich die Süddeutsche Zeitung aus, literarische Fertigkeiten seien „in diesem Roman nur rudimentär zu erkennen, von Charakterstudien und Problemen der Dialogführung lässt der Autor sich nicht belasten.“, die FAZ schrieb, Brown veröffentliche Bücher „mit historischem Laderaum und kleinem Bildungserlebnis“. Den Lesern war es egal, der Erfolg spricht für sich.

Hollywood ließ nicht lange auf sich warten. So kam am 18. Mai „Der da Vinci Code - Sakrileg“ in die Kinos. Die Handlung: Populärer Wissenschaftler (Tom Hanks) wird des Mordes bezichtigt, die Nichte des Ermordeten glaubt jedoch an seine Unschuld, gemeinsam fliehen sie vor der Polizei. Nebenbei suchen sie den heiligen Gral, mit dem der Mord zusammenhängt und dessen Fund ein 2000 Jahre altes Geheimnis lüften könnte, das die Grundfeste der Christenheit erschüttern soll. Die Kirche und Opus Die (eine im Film als „Sekte“ bezeichnete christliche Organisation) übernehmen in Form eines bösen Mönches den mordlustigen Part und versucht die beiden aufzuhalten. Opus Dei ist fies, Audrey Tautou hauptsächlich süß und Tom Hanks wirkt fast im ganzen Film hilflos, fast verwirrt.

Alles in allem ein mittelmäßiger Film, der sich über eine Laufzeit von 149 Minuten zieht. Trotz viel Halbdunkel, dramatischer Musik und eigentlich guten Darstellern (neben den beiden Hauptdarstellern noch Jean Reno als leitender Beamter der Polizei, Jürgen Prochnow in einer Nebenrolle, Ian McKellen als gealterter Wissenschaftler) kommt keine wirkliche Stimmung auf. Zu einseitig ist die Sicht auf die Charaktere, zu hölzern sind die Dialoge und irgendwann wirken die zahlreichen Theorien selbst für historische Laien zu weit hergeholt.

Die Kirche echauffierte sich im Vorfeld darüber, dass vor dem eigentlichen Film keine Erklärung über die Leinwand läuft, die alles als Fiktion definiert. Irgendwann erklärt sich das aber auch einfach von selbst. Und böse, mordende Mönche gab es auch schon bei Edgar Wallace, die hatten sogar eine Peitsche.

Hätte sich Regisseur Ron Howard („Apollo 13“, „A Beautiful Mind“) lieber noch mal „Der Name der Rose“ angeschaut, denn hier tat Jean-Jacques Annaud dass, was Howard unterließ: Er schnitt ein langes, mit vielen Fakten voll gepacktes Buch von Umberto Eco, bis er ein filmgerechtes Drehbuch hatte. Der Film gilt bis heute als einer der gelungensten Romanverfilmungen überhaupt. Die Kirche kommt hier übrigens ebenfalls nicht besonders gut weg, aber das bleibt wohl auch die einzige Gemeinsamkeit der beiden Geschichten.


The Da Vinci Code - Sakrileg
Thriller - USA 2006
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren - 148 Min. - Verleih: Sony Pictures
Start: 18.05.2006

    Autor: Tobias Wojtanowski




Von am 23.05.06, 17:42
Ich steh im Antiquariat und seh ein altes Buch für 3 Euro, habe aber noch nie was davon gehört. In der Buchhandlung nebenan entdecke ich das Sakrileg für 10 Euro. Sieht neu aus, muss auch ziemlich spannend sein, denn jeder redet drüber, auch die Susi hat es sich gekauft und jetzt gibt es sogar einen Film dazu, wo Forrest Gump, Amélie, Léon der Profi und Gandalf mitspielen! Nichts wie her damit!

Verkauft sich Qualität oder durch massenweise Geld gepushter Dünnschiß besser? Normalerweise würde ich eure Unmündigkeit mit einem süffisanten Lächeln abtun und mich Interessanterem, wie z.B. Däumchendrehen, zuwenden. Dass sich sowas tatsächlich verkauft, ist eine bessere Lachnummer, als manche meiner besten Analsatiren! Kann mir das jemand erklären? Ernshaft jetzt.

Von Trixa am 23.05.06, 18:42
Eat shit! A million flies can't be wrong...

Von schwabe am 23.05.06, 19:15
comment zu Bence:

Das Gefühl hatte ich intuitiv auch als ich heut morgen die Brownsachen und fünf Bücher über die Bücher am Bahnhof sah.
Andererseits bin ich ja als eine heidelberger Mittelmacht unter den spiritusexuellen
Loosergurus bekannt und froh um jeden Fliegenschiss auf dem Antlitz des Lammes Gottes.

ausführliche Besprechung zum Trixakommentar:

1. Jeder Fliegenschiss zählt
2. Jeder Körpersaft der verhöhnt wird ist ein klares Zeichen für eine phallomartialische Urkonfliktunterdrückung im Sinne von Marcuse
3. Jedes pseudoinstinktreduzierte prä- oder prohominide Wesen, sollte den Menschen nicht damit herabwürdigen die unschuldige Natur egal in welcher Form
einer maschinisierten Protesenkultur vorzuziehen.
4. Hammer und Ambosse aller Härten vereingt euch im Klang

Von Trixa am 23.05.06, 21:36
Der Spruch zielte in keinster Weise auf die Bedeutung von Körperflüssigkeiten :)
Heidelberg ABC:

Vergesst alles was ihr bisher über Heidelberg gehört habt. Das war Mumpitz hoch drei! Hier ist die Essenz, aus einem Guss, von A bis Z

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