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Achtung *** heidexe.de ist vorübergehend offline!
Bereits das ganze letzte Jahr über ließ das Engagement der heidexe-Redakteure spürbar nach. Dies schlug sich nicht nur auf unsere inhaltliche Aktualität und unseren Service nieder, sondern auch auf die Motivation von uns, die wir heidexe.de vor drei Jahren ins Leben riefen. Deshalb haben wir uns entschlossen, das Projekt vorerst „auf Eis zu legen“. heidexe.de verstand sich von Beginn an als ein Internet-Projekt, das nur von der Beteiligung seitens der Leser und dem Engagement der Redakteure (die in den meisten Fällen Studenten waren) leben konnte. Da beides in den letzten Monaten nur noch in sehr begrenztem Rahmen vorhanden war, halten wir eine Auszeit momentan für die beste Lösung.
Wir überlegen uns derzeit allerdings ein neues Konzept, da wir heidexe.de keinesfalls vollständig sterben lassen wollen – also habt ein wenig Geduld! |
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| Hurricane auf dem Southside | Southside Festival 2006: Nach dem Sommerwetter kam es am Sonntagabend zu einem starken Unwetter. Dass dies trotzdem der Stimmung keinen Abbruch tat, sondern im Gegenteil die letzten Kraftreserven in gute Stimmung umleitete, war nur das Resultat von vielen schönen Erlebnissen. Somit ist das diesjährige Southside das Festival-Highlight 2006 – und das sogar schon nach der Hälfte des Open-Air-Jahres.
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 | | Neuhausen ob Eck
Im Süden Deutschlands liegt das Festival auf einem ehemaligen Flugfeld. Viel Platz gibt es dort, kurze Anlaufwege dagegen zum Festival und zwischen den Bühnen. Diesmal waren 40.000 Besucher anwesend, das Festival war schon zwei Monate vorher ausverkauft – das ohne die Größten des Musikgeschäfts, dafür gab es günstigere Ticketpreise, als bei anderen Großveranstaltungen. Auch die Getränkepreise konnten stabil gehalten werden. Statt großer Namen gab es viel Qualität, ob Headliner oder Geheimtipp, Musik stand im Vordergrund. Auf der Anreise hinter uns im Bus die Shout Out Louds. Sie machten große Augen wegen der guten Laune der Besucher, trotz des zähfließenden Verkehrs.
Organisation
Lief fast alles prima dieses Jahr! Statt Verzögerungen traten einige Bands sogar wenige Minuten vor der geplanten Zeit auf. Der Sound war meistens gut abgestimmt, dennoch kam es zu einigen Störfällen, so dass beispielsweise bei Apocalyptica der komplette Strom ausfiel. Für den starken Sturm konnte nur der Wettergott etwas, aber hier wurde schnellstmöglich alles wieder fit gemacht, so dass auch die letzten Bands mit Verzögerung auftreten konnten. Zurück blieben einige Schäden, z.B. war die rechte Leinwand auf der Hauptbühne nicht mehr benutzbar. Aber bis auf Sachschäden und kleinere Verletzungen konnte zuverlässig weitergemacht werden. Die Probleme konnten - auch unter Mithilfe der Security und den Besuchern - relativ zügig gelöst werden.
Stimmung
Natürlich flossen wieder Unmengen an Alkohol, so konnte man schon Freitag nachmittags einige Leichen den Weg pflastern sehen. Trotz des gesteigerten Alkoholpegels gab es kaum Aggressionen. Im Gegenteil: überall lächelnde Gesichter. Auch die Security war gut gelaunt, blieb geduldig und ließ sich von der Stimmung mitreißen. Die Feuerwehrleute wurden zu den Helden des Festivals. Sie hatten kein Feuer, dafür aber die Festivalbesucher zu löschen. Diese freuten sich über die daraus resultierenden Regenbögen. Nach dem Unwetter gab es eine spontane Anhäufung von mehreren tausend Festivalbesuchern auf dem Zeltgelände. Sie nahmen sich Festivalstangen und frönten perkussiv und tribalistisch dem Wettergott. Die Sicherheitsleute guckten besorgt, es blieben aber alle friedlich.
| |  | | Fußball
Da hatten wir aber Glück! Die deutsche Mannschaft überrannte die Schweden in den ersten Minuten des Spiels. Einige anwesende schwedische Bands waren darüber bestimmt enttäuscht, die Cardigans bekamen dies zum Glück nicht mit, die mussten nämlich zu dieser Zeit spielen. The Hives behielten mit ihren Prophezeiungen, dass Deutschland gegen Schweden gewinnen würde, Recht. The Hives wiederum gewannen gegen Deutschland. Die englischen Bands hatten es dann am Sonntag sehr eilig. Hard-Fi hatten eine Viertelstunde nach Anpfiff der englischen Mannschaft Schluss, die Arctic Monkeys mussten dagegen spielen, bekamen dass 1:0 aber noch mit. Trotz des zu spürenden Zeitdrucks konnten sie überzeugen. Die WM kommt ja sicher alle vier Jahre, wann kommen aber wieder so eine gute Stimmung und so hervorragendes Wetter zu einem Festival?
Bands
Mann, waren da viele gute dabei. Sensationelle Newcomer, alte Routiniers oder Publikumslieblinge. Passend zu dem Wetter gab es Gute-Laune-Musik von Gruppen wie Manu Chao, Pantéon Rococó, Gogol Bordello und Karamelo Santo. Damit wurde bestätigt, wie beliebt südamerikanische und Balkan-Musik mittlerweile sind. Warum? Weil diese Musik das Leben bejaht, sie anders als konventionelle Musik klingt und es verdammt viel Spaß macht dazu zu tanzen. Partylaune gab es mit dickeren Beats bei Fettes Brot und Seeed. Muse bewiesen dagegen Tiefgang, Traurigkeit und Aggression, was gepaart ungefähr Hoffnung ergibt. Die ganze Retrowelle ist ja immer noch beliebt. So spielten auch diesmal auf: The Kooks, Mando Diao, The Hives, The Strokes, Hard-Fi, Arctic Monkeys und Maximo Park. Diese Bands konnten überzeugen und bewiesen, dass sie zu den besten ihres Fachs gehören. Lediglich die Sänger der Strokes und Hard-Fi könnten ihrer Stimme mehr Leidenschaft und weniger Krächzen verleihen. Die Geheimtipps bewiesen wiederum, dass sie nicht mehr so geheim bleiben werden. Zu den besten gehörten Wolfmother, Shout Out Louds, Two Gallants, The Gossip, Pretty Girls Make Graves, Gods Of Blitz und The Raconteurs. Professionelle Routine mit Überzeugungskraft durch eine passende Show gab es bei Billy Talent, Sigur Rós und Death Cab For Cutie.
Fazit
Das Southside 2006 war trotz unbekannterer Namen deutlich besser als die Jahre zuvor. Diesmal bewiesen die Anwesenden, dass die Gesamtatmosphäre auf Festivals wichtiger ist als die einzelnen Aspekte. So stimmte das Verhalten der Security, die Euphorie der Besucher, die Organisation der Veranstalter, die Darbietungen der Bands, das Wetter und Unwetter und die Kommunikation untereinander. Was will man mehr als Festivalbesucher? Nichts. Naja, zum ersten Mal wünschte man sich – trotz schlechtem Ernährungsverhalten und fehlender Hygiene – nicht nach Hause fahren zu müssen, um mal richtig auszuschlafen. Nein, diesmal hätte das Festival nie zu Ende gehen dürfen. Andererseits soll man ja bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist. Dafür aber im nächsten Jahr definitiv wiederkommen. |
| Autor: Benjamin Punke & Tobias Wojtanowski
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