|
Neue Forenbeiträge: |
Neues von laut.de |
Mitgliederstatus |
|
Es sind 7 Besucher und 0 Mitglieder online..
|
|
|
|
Achtung *** heidexe.de ist vorübergehend offline!
Bereits das ganze letzte Jahr über ließ das Engagement der heidexe-Redakteure spürbar nach. Dies schlug sich nicht nur auf unsere inhaltliche Aktualität und unseren Service nieder, sondern auch auf die Motivation von uns, die wir heidexe.de vor drei Jahren ins Leben riefen. Deshalb haben wir uns entschlossen, das Projekt vorerst „auf Eis zu legen“. heidexe.de verstand sich von Beginn an als ein Internet-Projekt, das nur von der Beteiligung seitens der Leser und dem Engagement der Redakteure (die in den meisten Fällen Studenten waren) leben konnte. Da beides in den letzten Monaten nur noch in sehr begrenztem Rahmen vorhanden war, halten wir eine Auszeit momentan für die beste Lösung.
Wir überlegen uns derzeit allerdings ein neues Konzept, da wir heidexe.de keinesfalls vollständig sterben lassen wollen – also habt ein wenig Geduld! |
| |
Druckversion
| Schnulleschmatz und Fassgurken | Die Auswahl ist groß, bunt und vielseitig – nichts für Unentschiedene, der Heidelberger Zuckerladen. Fruchtgummi, Konfekt, Brause, Schokolade, Lakritze, Bonbons, everything goes. Alles, was man für einen Besuch braucht, ist ein offenes Ohr, viel Zeit, nicht allzuviel Geld und konsequente Nichtbeachtung von Kalorienzahlen. Denn: Es lohnt sich wirklich!
|
|
 | | Kaum eingetreten, fühlt man sich wie in einer anderen Welt. Ein Schlaraffenland im Dämmerlicht. Von den Wänden hängen seltsame Utensilien herab, es sind eigenartige Poster zu entdecken, meist politische. Die Einrichtung gleicht der eines Tante-Emma-Ladens, und die Bonbongläser tragen Aufschriften wie „Schnulleschmatz“, „Omas Fassgurken“, „Ozonlöcher“ oder „Spenderherzen“.
Es gibt einiges zu gucken, während man wartet. Denn: Zeit muss man mitbringen, hier ist die Bude so gut wie immer voll. Doch wem muss ich den Zuckerladen beschreiben? In Heidelberg ist er längst Kult, die Kunde von diesem liebevoll gestalteten, originellen Kindertraum hat sich innerhalb der 18 Jahre Bestehen schnell verbreitet.
Grund dafür ist nicht nur die breitgefächerte Auswahl und der Service – hier herrscht eine ganz besondere Stimmung, das wird keiner bestreiten. Fragt man Jürgen und Marion, die Inhaber des Zuckerladens, welche Geschäftsphilosophie hinter dem Ganzen steht, ist die Antwort einfach: „Das sind einfach wir“. Geschäft nach Gefühl, das ist das ganze Geheimnis.
Überraschend ist allerdings, dass es den beiden gar nicht um die Süßigkeiten geht. Sie sagen, sie könnten ohne weiteres auch irgend etwas anderes verkaufen. Unser Glück, daß sie sich für die Leckereien entschieden haben, sonst müssten wir uns die gemischten Tüten weiterhin zu übertriebenen Preisen bei Kaufhof oder sonst einem großen Discounter selbst zusammenstellen. Dort, wo es keine ordentliche Auswahl gibt, die heruntergekullerten Colakracher unauffällig mit dem Fuß zur Seite scharrend. Dann wären wir zwar schneller fertig, aber das macht einfach nicht so viel Spaß wie ein Besuch im Zuckerladen. Übrigens auch immer eine gute Geschenkidee: die süßen Kreationen, zum Beispiel Schaumgummitorten oder Biergläser gefüllt mit Fruchtgummi.
Marion und Jürgen geht es um den persönlichen Kundenkontakt. Sie haben etwas gegen die schnelle Abfertigung, die in anderen Geschäften Gang und Gäbe ist, und gehen mit ihrer Zeit großzügig um. An Jürgen, der in der Regel hinter der Kasse steht, kommt keiner vorbei, ohne wenigstens ein paar Worte gewechselt zu haben.
Obligatorisch ist das Würfelspiel. Wer richtig schätzt, darf sich noch eine Kleinigkeit aus der bunten Süßigkeitenpalette aussuchen – und da die Zahl der Versuche im allgemeinen unbegrenzt ist, geht netterweise keiner leer aus. Vielmehr nutzt Jürgen die Gelegenheit, seine erzieherischen Bestrebungen auszuleben, indem er niemanden allein würfeln lässt. Der Begleiter des Würflers soll Solidarität beweisen, indem er beim Schätzen hilft. Wer nicht hilft, bekommt auch keine Belohnung. | |  | | Der Zuckerladen ist nicht nur Konsum-Oase, sondern auch Treffpunkt. Deshalb verzichtet er auf ein Geschäft mit den Touris, das sicher lukrativ wäre. Jürgen und Marion möchten keine Fotos knipsenden Fremden unterhalten. Denn so kurios die Schaufensterdeko auch ist – man läuft erst einmal vorbei an dem kleinen Laden, der sich neben andere unauffällige Geschäfte in der Plöck reiht, obwohl er angeblich sogar als Geheimtip in amerikanischen Reiseführern gehandelt wird.
Lieber wird die Stammkundschaft gepflegt. Laut Marion, die eigentlich Psychologin ist, haben die Menschen heutzutage ein verstärktes Bedürfnis nach „echter“ Kommunikation, das mit zunehmender Popularität des Internets wächst. „Die Leute können kaum mehr in ganzen Sätzen reden“, meint Jürgen aufgebracht. Im Zuckerladen werden sie freundlich begrüßt und bekommen Gelegenheit, sich zu unterhalten, beziehungsweise von Jürgen unterhalten zu werden, der gerne mal die eine oder andere gutgemeinte Predigt loslässt.
Durch sorgfältige Beratung und Persönlichkeit möchten die beiden gegen Anonymität und Unverbindlichkeit vorgehen, gesiezt wird hier keiner. Selbst Ulrich Wickert nicht, der vor kurzem den Zuckerladen beehrte.
Die Kunden danken ihnen mit Geschenken, eben den ausrangierten Dingen, die den Laden schmücken, wie zum Beispiel ein Ruderboot. „Die Kunden bringen ein Stück Zuhause mit in den Zuckerladen, ein Stück von sich selbst“, sagen die beiden. Einige hegen schließlich schon Kindheitserinnerungen an den Zuckerladen. Bereits 1986 hat das Paar Heidelberg als ideal für sein Geschäft auserkoren, nachdem es sich in Bremen kennengelernt hatte, wo Marion studierte und Jürgen in einem ähnlichen Laden arbeitete.
Der Zahnarztstuhl aus den 50ern im Schaufenster, erstmal irritierend, ist übrigens halb Gag, halb Warnung vor den schmerzvollen Folgen, die es nach sich ziehen kann, wenn man zuviel Geld im Zuckerladen läßt.
Heidelberger Zuckerladen, Plöck 52, 69117 Heidelberg. Öffnungszeiten: Mo.-Fr.: 12.00 bis 19.00 Uhr - Sa.: 11.00 bis 15.00 Uhr.
Im Netz: http://www.zuckerladen.de
Fotos: zuckerladen.de |
| Autor: Cornelia Heinsch
|
|
|
|
|
Heidelberg ABC: |
Freundeskreis: |
|
|